Google weitet seinen KI-Sprachassistenten Gemini for Home auf 16 neue Länder aus – Deutsch wird unterstützt, doch für Deutschland-Nutzer gibt es einen kleinen Haken. Was das Update konkret bringt und was du jetzt wissen musst.
Gemini for Home kommt nach Europa – aber Deutschland wartet noch
Google hat in einem Community-Blogbeitrag angekündigt, dass der Gemini-Sprachassistent für Google Home auf sieben neue Sprachen und 16 neue Länder jenseits der bisherigen Märkte USA, Mexiko und Kanada ausgeweitet wird. Das ist ein echter Meilenstein – bisher war Gemini for Home ein rein nordamerikanisches Angebot.
In Europa kommen Österreich, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, die Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden, die Schweiz und das Vereinigte Königreich dazu. Auf der Sprachseite unterstützt Gemini for Home jetzt unter anderem Dänisch, Niederländisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Japanisch, Norwegisch, Spanisch und Schwedisch.
Für deutsche Nutzer gibt es allerdings eine etwas ernüchternde Nachricht: Nach dem Start in den USA, Kanada und Mexiko folgt nun zwar die Ausweitung auf 16 weitere Länder – die deutsche Sprache wird dabei unterstützt, aber die Testphase selbst startet noch nicht in Deutschland, dafür in anderen europäischen Ländern. Nutzer in den teilnehmenden Ländern sollen in der Google-Home-App Einladungen zum Early-Access-Programm sehen – ein manueller Schalter im Konto reicht aktuell nicht.
Was Gemini konkret besser macht als der alte Assistant
Der klassische Google Assistant war jahrelang ein zuverlässiger, aber ziemlich starrer Befehlsempfänger. Gemini setzt hier neu an. Google ersetzt den altbekannten Google Assistant in Google Home durch Gemini – dieselbe leistungsstarke KI, die viele schon vom Computer oder Smartphone kennen, nur speziell für das Zuhause trainiert. Das Ziel: ein Assistent, der Kontext versteht, sich merkt, worüber du gesprochen hast, und sogar vage Beschreibungen richtig deutet.
Die Reaktionszeit bei alltäglichen Befehlen, etwa dem Einschalten von Beleuchtung, wurde um bis zu 40 Prozent gesenkt. Das klingt nach Marketingsprech, macht sich im Alltag aber tatsächlich bemerkbar – wer schon mal ungeduldig vor einem Nest-Lautsprecher gewartet hat, weiß, was gemeint ist.
Die Geräteerkennung im Haushalt wurde grundlegend überarbeitet: Gemini unterscheidet jetzt genauer zwischen „Lampe" und „Licht" und bezieht die hinterlegte Adresse ein, um Wetter und Nachrichten standortgenauer auszugeben. Bei der Steuerung setzt Gemini stärker auf feinere Einstellungen – dazu gehören farbige Lichtszenen über sogenannte expressive Beleuchtung sowie granularere Vorgaben für Geräte wie Luftentfeuchter oder smarte Öfen mit Zielwerten für Luftfeuchtigkeit oder Temperatur.
Das Update bringt außerdem einige Neuerungen für den Alltag: Dazu zählen ereignisbasierte Wecker, etwa zum Start eines Fußballspiels, sowie kürzere und präzisere Antworten bei wiederkehrenden Standardaufgaben. Statt langatmiger Bestätigungen bekommst du also endlich nur das, was du wirklich hören willst.
Premium oder kostenlos – was bekommst du wann?
Nicht alle Gemini-Funktionen sind für alle gleich zugänglich. Für fließende Unterhaltungen mit der Sprachassistenz wird ein Abonnement für Google Home Premium benötigt, das mindestens 10 Euro im Monat kostet. Ohne das Abonnement stehen nur die grundlegenden Steuerungsfunktionen zur Verfügung.
Wer Google Home Premium gebucht hat, bekommt zusätzlich die Live-Kamera-Suche: Kamerastreams im Heimnetz lassen sich in Echtzeit durchsuchen, um etwa den aktuellen Zustand in bestimmten Räumen schneller zu erfassen. Das ist praktisch, wenn du schnell nachschauen willst, ob die Haustür zu ist oder wer gerade an der Eingangstür steht.
Haushalte mit Kindern profitieren von der neuen Unterstützung für beaufsichtigte Konten – Eltern können so den Zugriff auf bestimmte Funktionen einschränken. Ein sinnvoller Schritt, den viele Familien wohl begrüßen werden.
Kein Zurück: Gemini ersetzt den Assistant dauerhaft
Wer auf Gemini for Home umsteigt, sollte eine Sache wissen: Google schreibt in der offiziellen Hilfe klar, dass ein Zuhause nicht wieder auf den alten Google Assistant zurückgestellt werden kann, sobald der Wechsel zu Gemini for Home vollzogen ist. Alle kompatiblen Lautsprecher und Displays in diesem Zuhause nutzen dann dauerhaft Gemini – auch Geräte, die später hinzugefügt werden oder erst später kompatibel werden.
Die wohl wichtigste Info dabei: Alle Lautsprecher, Smart Displays und Kameras, die Google in den letzten zehn Jahren auf den Markt gebracht hat, erhalten den KI-Sprachassistenten. Niemand muss also zwingend neue Hardware kaufen. Während Konkurrent Amazon seine KI-Assistentin Alexa+ vorrangig auf neuer Hardware zur Verfügung stellt, soll Gemini for Home auf allen Google Smart Speakern laufen.
Für Deutschland heißt es vorerst: abwarten und beobachten. Google baut Google Home Schritt für Schritt auf Gemini um – mit neuen Abo-Modellen, KI-gestützten Kamerafunktionen und einem deutlich gesprächigeren Assistenten in den Lautsprechern. Die Richtung ist klar, das Tempo zieht erkennbar an. Wenn der Early Access auch für Deutschland öffnet, lohnt es sich, einen Blick in die Google-Home-App zu werfen – und dann gut zu überlegen, ob man den Wechsel machen will.
Quellen: smarthomeassistent.de, winfuture.de, stadt-bremerhaven.de, androidcentral.com, 9to5google.com, smarthome-news.de, housecontrollers.de, googlenestcommunity.com
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