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Home Assistant 2026.4 – Infrarot-Unterstützung und neue Features

Samstag, 4. April 2026·4 Min. Lesezeit

Foto: HUUM auf Unsplash

Home Assistant 2026.4 ist da – und das April-Update hat es in sich: Native Infrarot-Unterstützung, smarte Cross-Domain-Automationen, Matter-Schloss-Verwaltung und 14 neue Integrationen machen deinen Alltag spürbar komfortabler.

Infrarot ist zurück – und diesmal richtig

Pünktlich zum Monatsbeginn ist Home Assistant 2026.4 erschienen – und das Highlight des Releases klingt auf den ersten Blick vielleicht unspektakulär: Infrarot-Unterstützung. Aber warte kurz.

Denk mal kurz darüber nach, wie viele Fernseher, Klimaanlagen und andere Geräte bei dir zuhause stehen, die zwar einen Infrarot-Empfänger haben, aber keinerlei Smart-Home-Funktionen bieten. Mit diesem Release können genau diese Geräte in Home Assistant eingebunden werden und tauchen als vollwertige, steuerbare Einheiten auf.

Das Prinzip kennst du vielleicht schon von den Bluetooth-Proxys, die Bluetooth-Geräte im gesamten Haus über günstige ESPHome-Geräte erreichbar gemacht haben. Genau das passiert jetzt auch für Infrarot: Die neue Infrared-Integration unterstützt Infrarot-Proxys – kleine ESPHome-Geräte mit einem IR-Sender, die im Auftrag von Home Assistant Infrarot-Befehle verschicken. Ein einzelner IR-Blaster kann dabei sogar mehrere Räume bedienen – den Fernseher im Wohnzimmer, die Klimaanlage im Schlafzimmer und mehr, alles über ein einziges günstiges Gerät.

Technisch setzt die neue Infrared-Domain auf zwei Integrationstypen: Emitter-Integrationen wie ESPHome oder Broadlink liefern die Hardware-seitige IR-Übertragung, während Geräte-Integrationen wie LG, Samsung oder Daikin darüber gerätespezifische IR-Befehle schicken. Die erste Integration, die diese Plattform nutzt, ist die LG Infrared-Integration – damit lassen sich LG-Fernseher direkt aus Home Assistant steuern. Das umfasst Ein- und Ausschalten, Lautstärke, Kanalwahl und Wiedergabebefehle, plus Button-Entities für Fernbedienungsfunktionen wie Eingangswahl und Navigation. Da Infrarot eine Einbahnstraße ist, arbeitet die Integration mit sogenannten „Assumed States" – echtes Geräte-Feedback gibt es nicht.

Als Einstieg empfehlen die Entwickler das Seeed Studio XIAO IR Mate für rund 9 Dollar, das sich direkt im Browser über die ESPHome-Ready-Made-Projects-Seite flashen lässt. Dahinter steckt auch ein Nachhaltigkeitsgedanke: Statt ältere Geräte durch smarte Modelle zu ersetzen, lassen sie sich jetzt einfach ins Smart-Home integrieren.

Automationen endlich in Alltagssprache

Neben Infrarot bringt das Update laut den Entwicklern die umfangreichste Erweiterung an neuen Funktionen für den Automatisierungs-Editor. Seit Ende letzten Jahres gibt es einen neuen Labs-Bereich, der auf zweckspezifische Auslöser und Bedingungen setzt – das Ziel: weniger technische Begriffe, mehr Alltagstauglichkeit.

Das mündet im April-Update in domänenübergreifenden Triggern und Bedingungen, die zuvor an einen bestimmten Entitätstyp gebunden waren. Als Beispiel nennt Home Assistant unterschiedliche Tür-Entitäten, vom einfachen Kontaktsensor bis zum motorisierten Garagentor. Bislang musste die passende Entität manuell ausgewählt werden. Künftig kann das System Trigger und Bedingungen über Entitätstypen hinweg nach ihrer Bedeutung organisieren.

Statt in technischen Domänen wie binary_sensor oder climate zu denken, kannst du jetzt in Klartext formulieren: „Wenn ein Licht angeht", „Wenn die Heizung heizt", „Wenn eine Tür geöffnet wird". Das funktioniert geräteübergreifend, egal ob der Sensor ein Zigbee-Kontakt, ein Matter-Gerät oder ein Z-Wave-Modul ist. Neue Cross-Domain-Trigger gibt es für Türen und Fenster, Bewegung, Anwesenheit, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Helligkeit, Stromverbrauch, Akkustand und Luftqualität.

Praktisch: Ein Trigger wie „Wenn ein Fenster im Obergeschoss geöffnet wird" bezieht automatisch alle Fenster mit ein, ohne jedes einzeln hinzufügen zu müssen. Auch nachträglich eingebaute Fenstersensoren werden dann automatisch berücksichtigt.

Matter-Schlösser, Dashboard und weitere Highlights

Wer ein Matter-kompatibles Türschloss hat, kennt das Problem: PIN-Codes und Nutzerzugänge verwaltet man in der App des Herstellers – nicht in Home Assistant. Das ändert sich mit 2026.4. Direkt auf der Geräteseite gibt es jetzt eine Credential-Verwaltung: Nutzer anlegen, PINs vergeben, Zugriffstyp festlegen (dauerhaft oder einmalig), Nutzer löschen. Das Ganze funktioniert auch in Automationen und Skripten.

Damit öffnen sich sehr praktische Szenarien: ein temporärer Code für einen Handwerker, Einmalzugang für eine Lieferung, ein Code für den Nachbarn während des Urlaubs oder nominierte Zugänge, um nachvollziehbar zu machen, wer wann wie auf das Schloss zugegriffen hat.

Darüber hinaus gibt es Hintergrundfarben für Dashboard-Sektionen, Favoriten auf Dashboard-Karten und die Möglichkeit, dem KI-gestützten Assist beim „Denken" zuzuschauen, während er eine Anfrage verarbeitet. Auch die automatische Höhenanpassung für bestimmte Karten ist neu – das hilft dabei, Dashboards ausgewogener zu gestalten, ohne manuell am Layout zu schrauben. Dazu kommt ein Favoritensystem auf Dashboard-Karten für schnelleren Zugriff auf häufig genutzte Elemente.

Bestehende Integrationen haben ebenfalls Verbesserungen bekommen: SmartThings wurde massiv für Saugroboter und Geschirrspüler erweitert, und die OpenAI-Integration unterstützt jetzt GPT-5.4. Mit dem Sprach-Assistenten kannst du deinen Saugroboter nun per Sprachbefehl in einen bestimmten Bereich schicken – der Robot erledigt den Rest.

14 neue Integrationen – und ein Sicherheitshinweis

Die 14 neuen Integrationen im Überblick: Casper Glow, Chess.com, Fresh-r, Infrared, LG Infrared, Lichess, LoJack, OpenDisplay, Qube Heat Pump, Solarman, TRMNL, UniFi Access, WiiM und Autoskope. Besonders spannend für alle, die ihr lokales Netzwerk im Griff haben wollen: UniFi Access ermöglicht die lokale Steuerung von Ubiquiti-Zugangssystemen, WiiM die Kontrolle von WiiM-Streamern und Solarman die Energie-Überwachung.

Drei Sicherheitslücken wurden mit 2026.4 geschlossen: zwei mittelschwere Stored-XSS-Schwachstellen in den Map- und History-Graph-Karten sowie eine kritische Lücke bei Add-On-Endpoints, die ohne Authentifizierung erreichbar waren, wenn sie im Host-Network-Modus liefen. Wer Add-ons nutzt und Home Assistant von außen erreichbar hat, sollte sofort updaten.

Insgesamt ist 2026.4 eines der substanzielleren Updates der letzten Monate. Die Version stärkt die Offenheit der Plattform mit Infrarot, vereinfacht das Erstellen von Automationen mit domänenübergreifenden Triggern und festigt die Reife des modernen Ökosystems mit Matter-Schlössern und Interface-Verfeinerungen. Das Update steht ab sofort über die regulären Update-Kanäle bereit.

Quellen: Home Assistant Blog – Release 2026.4, SmartHomeAssistent.de, SmartHomeJunkie.net, Techboys.de, Home Assistant Developer Docs, Home Assistant Podcast

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