Home Assistant 2026.5 ist da – und es ist ein echter Komfort-Sprung. Natives RF-Funk für Rollläden, Garagentore und Co., ein automatisches Batterie-Dashboard und smarte Zeitdauer-Trigger machen das Mai-Update zum bisher stärksten Release des Jahres.
Funk ins Smart Home: RF-Support ist jetzt offiziell
Am 6. Mai 2026 hat das Home-Assistant-Team Version 2026.5 veröffentlicht – und der Titel des Release-Blogposts bringt es schön auf den Punkt: „We're on the same frequency now." Im Mittelpunkt steht eine zweite große Erweiterung der Geräte-Reichweite: Nach der Infrarot-Plattform aus dem Vormonat zieht jetzt auch Funk auf 315, 433, 868 und 915 MHz nativ in das System ein.
Rollläden, Garagentor-Antriebe, Deckenventilatoren, Funk-Steckdosen, einfache Funk-Türklingeln – viele dieser Geräte sprechen weder WLAN noch Zigbee, sondern reine Funkfrequenz im Sub-GHz-Bereich. Bisher mussten Anwender mit Custom-Integrationen, ESPHome-Skripten oder Workarounds hantieren. Das ist vorbei.
Das Prinzip funktioniert über einen RF-Transmitter als Brücke: Jedes ESPHome-Gerät mit einem kompatiblen Sub-GHz-Transmitter kann als RF-Brücke fungieren. Die meisten Module decken alle gängigen Sub-GHz-Bänder ab – 315, 433, 868 und 915 MHz – sodass ein einzelner Transmitter mit einer breiten Palette an Geräten kommunizieren kann. Alternativ tut es auch ein Broadlink RM4 Pro – wobei du darauf achten solltest, nur dieses Modell zu kaufen, da es das einzige in der RM4-Serie mit RF-Unterstützung ist.
Zum Launch unterstützen zwei Geräte-Integrationen die neue Plattform direkt: Honeywell String Lights und die Novy Cooker Hood lassen sich per RF steuern. Das ist noch überschaubar – aber das ist Absicht. Ein großer Teil perfekt funktionierender RF-gesteuerter Hardware hat bisher keine Smart-Home-Anbindung. Indem Home Assistant einen standardisierten Weg bietet, mit RF-Geräten zu sprechen, funktioniert jede neue Geräte-Integration sofort mit jeder Transmitter-Integration. Und ganz nebenbei: Anstatt einen funktionierende Motorrollladen wegzuwerfen, weil er „dumm" ist, kannst du ihn integrieren. Anstatt deine RF-Steckdosen durch neue WLAN-Steckdosen zu ersetzen, kannst du sie einfach weiternutzen – ein weiterer Weg, die Lebensdauer von Geräten zu verlängern und Elektroschrott zu reduzieren.
Batterie-Wartungs-Dashboard: endlich kein Rätselraten mehr
Kennst du das? Ein Bewegungsmelder reagiert abends nicht mehr, und erst drei Tage später stellt sich heraus: einfach leere Batterie. Das neue eingebaute Wartungs-Dashboard gibt genau solchen Fragen einen festen Platz. Es konzentriert sich auf die wohl meistgewünschte Ansicht: deine Batterien.
Nach Home, Lights, Climate und Security bekommt 2026.5 ein Maintenance-Dashboard. Es findet automatisch jede Batterie-Entität im System, sortiert sie nach Bereichen und markiert kritische Werte deutlich. Du musst also keine eigene Gruppe anlegen, keine Template-Sensoren basteln und kein YAML anfassen.
Home Assistant führt damit ein echtes zentrales Wartungs-Dashboard ein. Bisher erforderte der Überblick über den Zustand einer Installation oft Navigation zwischen mehreren Menüs: Backups, Updates, Offline-Geräte, schwache Batterien, ESPHome-Fehler, Integrationen mit besonderem Handlungsbedarf. Mit 2026.5 ist alles in einer einzigen Oberfläche gebündelt.
Dazu kommt auch das Security-Dashboard, das laut Hackster.io ein neues Aktivitätsprotokoll bekommt – zusammen mit einem Shortcut-Card für eigene Dashboards, Verbesserungen bei Smart-Saugrobotern und Mährobotern sowie einer überarbeiteten Template-Dokumentation.
Smarte Zeitdauer-Trigger: „Tür seit 10 Minuten offen" – fertig
Wer Automationen baut, kennt das Gefummel: Man will eine Automation erst auslösen, wenn ein Zustand lange genug anhält – also nicht bei jeder kurzen Bewegung, sondern erst nach fünf Minuten Stillstand. Bisher brauchte das Template-Helfer oder YAML-Klimmzüge.
Mit 2026.5 ist das Geschichte. Die zweckspezifischen Automatisierungs-Trigger und -Bedingungen bekommen ein häufig nachgefragtes Feature: ein for-Feld. Ob „Bewegung seit 15 Minuten nicht mehr erkannt" oder „Tür länger als zwei Minuten offen" – solche Bedingungen lassen sich nun direkt formulieren, ohne Template-Helfer oder YAML-Tricks.
Das Feld ist quer durch die Domänen verfügbar: Bewegung, Anwesenheit, Türen, Fenster, Lichter, Schalter, Klimageräte, Cover und mehr. Und es geht noch weiter: Update-Verfügbarkeit, Media-Player-Status inklusive Lautstärke und Mute, Remote-Zustände, To-do-Listen sowie der vollständige Timer-Lebenszyklus lassen sich auswerten. Ein Time-Remaining-Trigger feuert, wenn ein Timer eine selbst festgelegte Restdauer erreicht – etwa für die „Noch fünf Minuten"-Warnung.
Was sonst noch drin steckt
2026.5 ist trotz der großen Haupt-Features kein Ein-Trick-Pony. Version 2026.5 fügt 12 neue offizielle Integrationen hinzu, mit einem starken Fokus auf lokale, Energie-, RF- und technische Geräte, die von traditionellen Smart-Home-Plattformen oft übersehen werden.
Für Tüftler besonders interessant: ESPHome-Geräte können in Home Assistant 2026.5 außerdem als serielle Schnittstelle fungieren, sodass Geräte mit RS232- oder P1-Anschluss nicht mehr zwingend direkt mit dem Server verbunden sein müssen, auf dem Home Assistant läuft. Das öffnet die Tür für ältere AV-Receiver, Energiezähler und Industriegeräte.
Media-Player-Kacheln unterstützen nun konfigurierbare Wiedergabe-Steuerelemente – du wählst selbst, welche Buttons erscheinen – plus Lautstärkeregler. Wetter-Kacheln zeigen tages- und stundenweise Vorhersagen mit Temperaturen und Niederschlag auf einen Blick.
Fazit: Dieses Update ist kein reines Feature-Feuerwerk für Power-User. Das Mai-Update konzentriert sich auf Nutzererfahrung, tägliche Wartung und smarte Automationen – das Ergebnis ist ein System, das sich im Alltag angenehmer anfühlt, leichter zu pflegen ist und gleichzeitig für alle, die ihre Installation ausreizen wollen, deutlich mächtiger wird.
Quellen: Home Assistant Blog – Release 2026.5, Smart Home Insights – 2026.5 Überblick, How-To Geek, Hackster.io, SmartHome Assistent
Artikel teilen
