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Homey Pro (2026) im Test: KI-gestützter Smart-Home-Hub mit Matter 1.3

Mittwoch, 1. April 2026·4 Min. Lesezeit

Foto: Aiper Pool Cleaner auf Unsplash

Der Homey Pro (2026) will die eine Zentrale für alles sein: acht Funkstandards, 4 GB RAM, Matter 1.3 – und das ohne Cloud-Zwang. Ob das im Alltag wirklich funktioniert, zeigen wir dir hier.

Ein Hub, der wirklich alles spricht

Du hast eine Philips-Hue-Bridge, einen separaten Z-Wave-Controller und fragst dich, warum deine Rollläden nicht mit deinem Bewegungsmelder reden können? Genau hier setzt der Homey Pro (2026) an. Der Hub von Athom unterstützt acht Protokolle gleichzeitig: Wi-Fi (2,4/5 GHz), Zigbee 3.0, Z-Wave Plus (700 Series), Matter, Thread, Bluetooth 5.0, Infrarot (360°) und 433-MHz-Funk. Das ist kein Marketing-Versprechen, sondern steckt alles als echte Hardware im Gerät.

Diese Vielseitigkeit macht mehrere Hubs und Gateways überflüssig und vereinfacht das Setup erheblich. Statt fünf Apps jonglierst du nur noch eine. Insgesamt soll der Homey Pro mit über 50.000 Geräten von mehr als 1.000 Marken kompatibel sein – steuerbar über eine einzige App und einen einzigen Automations-Kern.

Besonders praktisch für Bestandsnutzer: Der integrierte 360-Grad-IR-Blaster steuert Fernseher, Klimaanlagen und andere Infrarotgeräte. Selbst deine alte Stereoanlage lässt sich damit in Automationen einbinden. Und für alle, die noch günstige 433-MHz-Funksteckdosen aus dem Baumarkt im Einsatz haben: auch die funktionieren mit dem Homey Pro weiterhin.

Matter 1.3 und Thread – die Zukunft läuft bereits mit

Der Homey Pro unterstützt Matter v1.3 vollständig und fungiert als Thread Border Router. Das bedeutet: Neue Matter-Geräte von Eve, Nanoleaf oder Aqara lassen sich direkt einbinden, ohne dass du eine weitere Bridge brauchst. Homey ist eine der wenigen Plattformen, die sowohl als Matter Controller als auch als Matter Bridge arbeitet – und damit auch Nicht-Matter-Geräte gegenüber Drittplattformen sichtbar macht.

Für Apple-Nutzer ist das besonders interessant: Der Homey Pro kann als Matter Bridge fungieren, sodass Z-Wave-Rollläden, Zigbee-Sensoren oder IR-Geräte in der Home App erscheinen – als wären sie native HomeKit-Geräte. Du musst funktionierende ältere Geräte also nicht ersetzen.

Beim Thema Thread solltest du aber realistisch bleiben: Die Matter-over-Thread-Geräteunterstützung reift noch. Wenn du stark auf Thread-Geräte setzt, lohnt ein Kompatibilitätscheck vor dem Kauf. Außerdem gilt: Threads eigentlicher Vorteil ist, dass es sowohl IP-nativ als auch stromsparend ist – ein echter Mehrwert gegenüber Zigbee und Z-Wave für moderne Sensoren und Schlösser.

4 GB RAM und lokale Verarbeitung: Schluss mit Cloud-Abhängigkeit

Die größte Neuerung gegenüber dem Vorgänger ist simpel: Das Update verdoppelt den RAM auf 4 GB und rüstet gleichzeitig auf einen schnelleren Prozessor auf – zum gleichen Preis von 399 Dollar. Konkret werkelt jetzt ein 1,5-GHz-Quad-Core-ARMv8-Prozessor mit 4 GB RAM und 8 GB Speicher im Gerät.

Der erhöhte RAM bedeutet in der Praxis: Du kannst über 100 Apps gleichzeitig laufen lassen, ohne dass das System ins Stocken gerät – und jede Marke oder Gerätekategorie benötigt eine eigene App. Hast du also Philips Hue, Sonos, einen Thermostat und diverse Sensoren, summiert sich das schnell.

Noch wichtiger für den Alltag ist die lokale Verarbeitungsphilosophie. Das Herzstück ist Homeys Local-First-Architektur: Automationen laufen direkt auf dem Gerät, reduzieren die Cloud-Abhängigkeit und speichern Daten lokal. Das sorgt für schnellere Reaktionszeiten und stabilen Betrieb, auch wenn die Internetverbindung gerade schwächelt.

Die Flows und die Kommunikation mit Zigbee-, Z-Wave- oder Matter-Geräten finden direkt auf dem Gerät statt. Sperrst du im Router den Internetzugang, bleibt die Steuerung im Heimnetz über die App trotzdem möglich. Das ist ein echter Vorteil gegenüber Systemen, die bei einem Cloud-Ausfall plötzlich gar nichts mehr tun.

Alltagsautomation: Flows, Energie und ein paar Einschränkungen

Mit dem Homey Pro verbindest du Geräte von über 1.000 Marken, automatisierst per Flow und Advanced Flow, baust eigene Dashboards und verfolgst deinen Energieverbrauch mit Homey Energy. Die Automationslogik funktioniert nach dem bekannten Wenn-Dann-Prinzip – aber in der Advanced-Flow-Ansicht im Web-Interface auch deutlich mächtiger mit Bedingungen, Delays und Variablen.

Für energiebewusste Nutzer ist das Energiemodul besonders spannend: Wer einen Tarif mit dynamischen Strompreisen nutzt, kann Automationen rund um günstige Zeiten bauen – etwa die Spülmaschine automatisch nachts laufen lassen, wenn Strom günstiger ist.

Zwei Punkte solltest du aber kennen, bevor du kaufst: Weder die 2023er- noch die 2026er-Version des Homey Pro haben einen eingebauten Ethernet-Port. Das geht nur über einen separat erhältlichen Adapter – für ein 399-Euro-Gerät ein spürbares Manko. Und: Die Advanced Flows erfordern etwas Einarbeitung. Wer einfache Szenen erwartet, ist gut bedient; wer komplexe Multi-Step-Automationen baut, sollte sich Zeit nehmen.

Unterm Strich ist der Homey Pro (2026) der derzeit konsequenteste Versuch, ein wirklich protokoll-agnostisches Smart-Home-System in einem Gerät zu vereinen – ohne Abo-Zwang und ohne Cloud-Abhängigkeit im täglichen Betrieb. Athom sichert zudem offiziellen Support inklusive Software-Updates bis mindestens Juni 2031 zu. Das ist Planungssicherheit, die im Smart-Home-Markt nicht selbstverständlich ist.

Quellen: zigbeehubs.com, matteralpha.com, archyde.com, 9to5mac.com, homey.app, android-user.de, swiss-domotique.ch, tink.de, homey.app/wiki

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