Schluss mit App-Chaos und Hersteller-Inseln: Matter 1.3 und Thread machen herstellerübergreifende Kompatibilität zum echten Standard im Smart Home. Was das für deinen Alltag bedeutet – und warum du jetzt handeln solltest.
Endlich Schluss mit dem App-Dschungel
Kennst du das? Du willst morgens einfach das Licht dimmen, die Heizung hochdrehen und die Rollläden öffnen – und landest stattdessen in drei verschiedenen Apps von drei verschiedenen Herstellern. Genau dieses Szenario hat jahrelang dafür gesorgt, dass Smart Home für viele eher stressig als komfortabel war. Jeder Hersteller hatte sein eigenes Protokoll: Zigbee, Z-Wave, Apple HomeKit, Amazon Alexa. Eine Philips-Lampe mit einem Samsung-Thermostat verbinden? Nur mit viel Glück, einem teuren Bridge-Gerät und drei Stunden Geduld – und selbst dann brach die Verbindung oft zusammen.
Matter ändert das grundlegend. Matter ist ein universeller Standard für Smart-Home-Geräte, der es ermöglicht, Produkte verschiedener Hersteller miteinander zu vernetzen und über Plattformen wie Amazon Alexa, Google Home, Apple HomeKit und Samsung SmartThings zu steuern. Ziel ist es, die Komplexität für Nutzer und Entwickler zu reduzieren, indem Matter als einheitliche Sprache für die Gerätekommunikation dient.
Was Matter 1.3 konkret neu bringt
Die Version 1.3, die im März 2025 erschien, ist der aktuelle Goldstandard. Das Update ist kein kosmetisches Update – es packt echte Alltagsverbesserungen rein.
Eine der herausragenden neuen Funktionen von Matter 1.3 ist die erweiterte Unterstützung für „Multi-Admin"-Funktionen. Diese ermöglicht es Nutzern, Matter-kompatible Geräte mit mehreren Smart-Home-Plattformen gleichzeitig zu verbinden. Beispielsweise kann ein Nutzer seine Lampen sowohl über Amazon Alexa als auch über Apple HomeKit gleichzeitig steuern, ohne die Geräte neu konfigurieren zu müssen.
Auch bei den unterstützten Geräteklassen legt Matter 1.3 nach: Mit dem neuen Update werden zusätzliche Kategorien wie Smart Locks, Heizungs- und Lüftungsgeräte (HVAC) sowie Sicherheitskameras unterstützt. Darüber hinaus macht das Update das Smart Home deutlich smarter im Umgang mit Energie: Mit Matter 1.3 erhalten alle unterstützten Geräte die Möglichkeit, Echtzeitmessungen – darunter Leistung, Spannung und Strom – sowie den Energieverbrauch oder die Energieerzeugung über die Zeit zu berichten. Nutzer von Matter-kompatiblen Ladestationen für Elektrofahrzeuge können den Ladestatus steuern – so ließe sich etwa eine Auto-Aufladung in Abhängigkeit der Solarstrom-Produktion koppeln, um möglichst energieeffizient zu arbeiten.
Praktisch für alle, die Szenen mögen: Matter 1.3 unterstützt nun herstellerübergreifend Szenen, die bislang explizit für einzelne Smart-Home-Systeme erstellt werden mussten. Du kannst Szenen definieren, die Farbe und Helligkeit verschiedener Matter-Lampen festlegen, und diese dann mit einem Befehl aktivieren.
Thread: der unsichtbare Motor dahinter
Matter allein ist nur die halbe Miete. Thread ist kein Konkurrent zu Matter – es ist der Motor dahinter. Thread nutzt das gleiche IP-Protokoll, ist aber speziell für kleine, batteriebetriebene Geräte wie Sensoren, Türgriffe oder Rauchmelder optimiert.
Was das in der Praxis bedeutet: Thread bietet Energieeffizienz für batteriebetriebene Geräte, selbstheilende Netzwerke – fällt ein Gerät aus, finden die anderen automatisch neue Verbindungswege – und lokale Kommunikation, sodass Geräte direkt miteinander sprechen, ohne Umweg über die Cloud.
Das Beste daran: Du brauchst keine Cloud. Alles läuft lokal. Wenn dein Internet ausfällt, bleibt dein Licht an, deine Tür verschlossen, deine Heizung läuft. Und den Thread-Router hast du vielleicht schon: Das sind oft schon vorhandene Geräte wie Apple HomePod mini, Amazon Echo der 5. Generation oder der Google Nest Hub. Du musst also nicht extra kaufen – du nutzt, was du schon hast.
Die Latenz für Sicherheitsfunktionen wie Türschlösser oder Alarmanlagen liegt unter 50 Millisekunden. Türen öffnen, Alarm scharf schalten, Bewegungsmelder reagieren – alles passiert in Echtzeit, ohne merkliche Verzögerung.
So startest du jetzt richtig durch
Nach aktuellen Marktanalysen unterstützen bereits über 600 zertifizierte Geräte den Matter Standard, mit einer Wachstumsrate von 250 % seit Anfang 2025. Der Einstieg ist also so einfach wie nie – wenn du ein paar Dinge beachtest.
Konkret empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
- Matter-Logo checken: Achte auf das Matter-Logo auf der Verpackung oder in der Produktbeschreibung. Nur so bist du sicher, dass das Gerät die Standards erfüllt.
- Firmware-Updates nicht vergessen: Die Einführung von Matter-Kompatibilität erfolgt oft stufenweise. Hersteller implementieren zunächst grundlegende Funktionen und erweitern diese schrittweise durch Firmware-Updates.
- Eine Hauptplattform wählen: Auch wenn Matter herstellerübergreifend ist, solltest du eine primäre App wählen – entweder Google Home, Apple Home oder Amazon Alexa. Mehrere parallel führen schnell zu Verwirrung.
- Hersteller-Mix nutzen: Nutze die Freiheit! Kombiniere die beste Hardware verschiedener Marken, solange das Matter-Logo auf der Verpackung klebt.
Und wenn du gerade neu baust oder renovierst: 78 % der Architekten und Planer in Deutschland geben an, dass sie ab 2025 standardmäßig Matter-kompatible Infrastrukturen in Neubauten einbauen – Kabel für Thread, Netzwerkdosen, Power-Over-Ethernet-Anschlüsse, alles vorbereitet, damit du später nur Geräte anschließt, nicht das ganze Haus umbaust.
Matter 1.3 ist kein Versprechen mehr – es ist Realität. Wer heute ins Smart Home einsteigt oder sein bestehendes System ausbaut, hat zum ersten Mal die Wahl ohne Hersteller-Kompromisse. Das ist der Komfort, den Smart Home immer versprochen hat.
Quellen: tdinsight.at, smattex.de, hifi.de, anyhelpnow.com, netzwerk-guides.de, programm.froscon.org, ring-police.com, technikkram.net, addis-techblog.de
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