Google macht ernst: Gemini, die KI, die du vielleicht schon vom Smartphone kennst, spricht jetzt auch über deinen Nest-Lautsprecher mit dir – auf Deutsch. Was sich wirklich ändert, welche Geräte mitmachen und wie du Early Access beantragst.
Von starren Befehlen zu echten Gesprächen
„Hey Google, Licht Wohnzimmer an." – das war jahrelang der Stand der Dinge. Funktioniert, aber von einem echten Gespräch war das weit entfernt. Google ersetzt den altbekannten Google Assistant in Google Home durch Gemini – dieselbe leistungsstarke KI, die du vielleicht schon vom Computer oder Smartphone kennst, nur speziell für dein Zuhause trainiert.
Das klingt erst mal nach Marketing. Aber der Unterschied ist spürbar: Dein Sprachassistent wird gesprächiger und fähiger. Gemini kann deine Absicht anhand von Kontext und Schlussfolgerungen erkennen – er versteht natürliche, unpräzise Sprache ähnlich wie ein Mensch. Du musst also nicht mehr jeden Satz wie eine Maschine formulieren.
Noch konkreter: Gemini for Home merkt sich den kurzfristigen Gesprächskontext. Du kannst Rückfragen stellen oder eine Aktion starten, die direkt mit dem zusammenhängt, worüber du gerade gesprochen hast. Ein echter Unterschied im Alltag.
Deutsch ist jetzt dabei – aber mit Einschränkungen
Der Rollout von Gemini für Smart Speaker und Displays wird auf 16 neue Länder ausgeweitet. Neben dem asiatisch-pazifischen Raum liegt der Fokus stark auf Europa. Das System versteht ab sofort sieben neue Sprachen, darunter auch Deutsch.
Konkret bedeutet das: Nutzer in Österreich und der Schweiz erhalten über die Google-Home-App ab sofort Zugang zum Early-Access-Programm. Nutzer mit Wohnsitz in Deutschland müssen sich hingegen noch etwas gedulden. Nach den zahlreichen größeren Updates der letzten Wochen wurde ein weiterer Schwung angekündigt, der auch in Deutschland sowie Österreich und der Schweiz starten soll. Der genaue Zeitplan ist also noch nicht ganz fix – aber der Ball rollt.
Für Deutschland, Österreich und die Schweiz gibt es außerdem neue Funktionen wie „Ask Home", „Home Brief" sowie „Hilf mir beim Erstellen" und auch Kamerafunktionen von Gemini for Home – alles über die Google-Home-App.
Was Gemini for Home konkret kann – und was kostet
Der Zugriff auf die grundlegenden Funktionen ist kostenlos. Dazu gehören Smart-Home-Steuerung, Mediensuche und -wiedergabe, Wecker, Timer, Kalender, Notizen, Listen und Erinnerungen.
Obendrauf kommen ein paar nette Alltagsverbesserungen: Dazu zählen ereignisbasierte Wecker, etwa zum Start eines Fußballspiels, sowie kürzere und präzisere Antworten bei wiederkehrenden Standardaufgaben. Außerdem wurde ordentlich an der Geschwindigkeit geschraubt – Google gibt an, die Smart-Home-Latenz um bis zu 40 Prozent für häufige Befehle wie das Einschalten von Lichtern reduziert zu haben.
Wer mehr will, braucht ein Google Home Premium-Abo: Einige Funktionen wie Gemini Live sind auf kompatiblen Geräten nur mit diesem Abo verfügbar. Gemini Live ermöglicht dann echte Rückfragen und freie Gespräche ohne festes Thema – quasi wie mit einem gut informierten Mitbewohner.
Auch die Automatisierungen legen zu: Neben der Sprachsteuerung erweitert Google die Automationen im Smart Home. Geräte können jetzt genauer eingebunden werden, etwa wenn ein Ofen startet oder stoppt. Gleichzeitig lassen sich neue Aktionen definieren, unter anderem Lichteffekte.
Welche Geräte mitmachen – und wie du Early Access beantragst
Der neue Sprachassistent läuft auf dem Google Nest Hub (2. Generation), dem Google Nest Mini (2. Generation) und weiteren neueren Geräten. Ältere Lautsprecher und Displays unterstützen die meisten Funktionen, aber nicht Gemini Live.
So kommst du rein: Die aktuelle Testphase läuft auf freiwilliger Basis. Eine manuelle Aktivierung über die App ist für die Teilnahme zwingend erforderlich. Du öffnest die Google-Home-App, tippst auf dein Profilbild oben rechts, gehst zu den Einstellungen für das Zuhause und findest dort den Bereich „Early Access".
Ein wichtiger Hinweis zum Schluss: Wenn du in deinem Zuhause zum Sprachassistenten von Gemini for Home wechselst, kannst du nicht mehr zu Google Assistant zurückwechseln. Das ist kein Bug, sondern Absicht – der Assistent soll den bisherigen Dienst langfristig auf allen kompatiblen Geräten ersetzen. Wer also noch unsicher ist, kann erst mal abwarten – aber die Richtung ist klar.
Quellen: winfuture.de, support.google.com/googlenest, giga.de, googlewatchblog.de, androidcentral.com, techadvisor.com, smarthomeassistent.de
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