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Matter 1.5.1 Update: Kameras & Türklingeln endlich im Standard

Mittwoch, 15. April 2026·3 Min. Lesezeit

Foto: Caroline Badran auf Unsplash

Matter 1.5.1 ist da – und bringt smarte Kameras und Videotürklingeln endlich auf ein neues Level. Multi-Streaming, modernere Formate, bessere PTZ-Steuerung: Was das Maintenance-Update konkret verändert und warum das für deinen Alltag relevant ist.

Endlich: Kameras werden im Matter-Standard erwachsen

Lange war die Kamera das blinde Auge des Matter-Ökosystems. Während Lampen, Schlösser und Schalter schon seit Jahren problemlos plattformübergreifend funktionieren, lebten smarte Kameras und Türklingeln weiterhin in ihren eigenen App-Inseln – jeder Hersteller mit eigener Cloud, eigener Oberfläche, eigenen Regeln. Ausgerechnet Kameras waren bislang die Kategorie, die im Smart Home am stärksten in App-Insellösungen festhing.

Die Grundlage änderte sich mit Matter 1.5: Seit November 2025 sind Kameras offiziell Teil der Spezifikation – inklusive WebRTC-basierter Audio- und Videoübertragung sowie lokalem und entferntem Zugriff über STUN und TURN. Jetzt legt die Connectivity Standards Alliance mit Version 1.5.1 nach. Matter 1.5.1 ist kein großes Feature-Release, sondern tut das, was ein Maintenance-Update tun soll: Lücken schließen und Unstimmigkeiten beseitigen, die beim initialen Rollout der Kamera-Unterstützung aufgetaucht sind.

Multi-Streaming: Eine Kamera, viele Abnehmer

Die technisch bedeutsamste Neuerung in 1.5.1 ist die Unterstützung für mehrere parallele Video- und Audiostreams. Wenn bisher mehrere Nutzer oder Dienste auf einen Kamera-Feed zugreifen wollten, mussten separate Streams aufgebaut werden – das fraß Bandbreite und sorgte für unnötige Komplexität.

Mit Multi-Stream-Support liefert eine Kamera nun mehrere Streams gleichzeitig: einen hochauflösenden Feed für die Aufzeichnung, eine kleinere Version für die Smartphone-Ansicht und einen separaten Stream für KI-gestützte Bildanalyse. Das klingt technisch, macht im Alltag aber einen echten Unterschied: Du schaust auf dem Handy nach, wer gerade an der Tür klingelt – und gleichzeitig speichert das System die volle Auflösung in der Cloud, während dein Home-Assistant-Addon parallel nach Bewegungsmustern sucht. Alles aus einem einzigen Stream-Setup heraus.

Für Kamerahersteller ist das wichtig, weil Bandbreite, Session-Management und Interoperabilität zwischen Kamera, Controller und Cloud-Diensten damit beherrschbarer werden.

Bessere Formate, schlauere Türklingeln, präzisere PTZ-Steuerung

Matter 1.5.1 poliert aber auch an weiteren Stellen nach. Snapshot-Bilder lassen sich ab sofort im HEIC-Format übertragen, das bei gleicher oder besserer Bildqualität kleinere Dateien erzeugt als JPEG – das spart Bandbreite und Speicher. Für aufgezeichnete Videos unterstützt Matter 1.5.1 zudem HLS- und DASH-Uploads über das CMAF-Interface-2-Profil. Das sind Streaming-Formate, die moderne Cloud-Plattformen bereits heute nutzen – die Kompatibilität mit vorhandener Infrastruktur verbessert sich dadurch deutlich.

Wer eine PTZ-Kamera betreibt – also ein Modell mit Schwenk-, Neige- und Zoomfunktion – profitiert ebenfalls: Updates am PTZ-Verhalten bringen mehr Flexibilität bei der Positionierung, unter anderem für Installationen, bei denen die Home-Position der Kamera am Rand ihres Rotationsbereichs liegt. Wer schon mal eine PTZ-Kamera in einer engen Ecke montiert hat, weiß, wie nervig das bisher war.

Und dann wären da noch die Türklingeln und Chimes. Chime-Geräte erhalten zusätzliche Flexibilität: Controller können ab sofort einen bestimmten Klingelton anfordern statt nur den Standardton auszulösen. Das eröffnet Möglichkeiten wie verschiedene Töne für Eingang und Nebeneingang – oder saisonale Klänge, etwa ein Weihnachts-Sound zu Weihnachten. Intercom-Geräte werden bei der Signalisierung präziser beschrieben und sollen integrierte Chime-Funktionen sauberer abbilden.

Was das in der Praxis bedeutet – und worauf du noch warten musst

Auf dem Papier klingt das alles rund. In der Praxis gilt aber: Es braucht Zeit, bis Entwickler und Hersteller Geräte zertifizieren und neue Funktionen auf den Markt bringen. Bislang hat nur Samsung SmartThings die Kamera-Features von Matter 1.5 in sein Ökosystem integriert. Andere Plattformen wie Apple Home, Google Home oder Amazon Alexa lassen sich noch Zeit.

Auf Geräteseite sieht es etwas besser aus: Aqara etwa hat seine ersten Matter-zertifizierten Kameramodelle angekündigt und bringt sie in der ersten Jahreshälfte 2026 auf den Markt. Für dich als Nutzer bedeutet der Standard langfristig mehr Auswahl: Du kannst Kameratypen, Marken und Preisklassen mischen und trotzdem eine nahtlose Integration über Plattformen hinweg erwarten.

Matter 1.5.1 ist kein Meilenstein, aber genau das, was der Standard jetzt braucht: Kein großer Ausbau des Geräteportfolios, sondern technischer Feinschliff des Kamera-Stacks – für Gerätehersteller relevant durch effizientere Streambereitstellung, modernere Medienformate und klarere Verhaltensregeln für PTZ, Recording und Begleitgeräte. Die Basis stimmt. Jetzt müssen die Plattformen nachziehen.

Quellen: smarthomeassistent.de, csa-iot.org, all-electronics.de, homekitnews.com, matter-smarthome.de, t3.com

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